Mittwoch, 5. Oktober 2011

Und täglich grüßt das Murmeltier...

Bundeskanzlerin Merkel denkt nach. Mal wieder. Und zwar laut. Über eine weitere Kürzung der EEG-Vergütung für Photovoltaik-Strom. 

Ausgerechnet in Sachsen-Anhalt, dem SOLAR VALLEY Deutschlands, überlegt Angela Merkel laut Presseberichten auf einer Regionalkonferenz ihrer Partei, ob die geltenden Vergütungssätze für PV-Strom im EEG nicht vielleicht doch noch zu hoch sein könnten.

Angesichts der Beinahe-Rentabilität von Windenergie und der Tatsache, dass bei der PV mit 50 % der EEG-Vergütungen nur 2 % der Stromerzeugung gefördert würden, ist sich Merkel “nicht sicher, ob wir nicht weiter rangehen müssen. Das ist in keinem rationalen Verhältnis." Mit Rangehen gemeint ist wohl ran an die Höhe der Vergütungen.

Nicht nur mir wird bei dieser Meldung ein gestöhntes “nicht schon wieder” entschlüpft sein. Was bitte soll das bewirken? Die aktuell schleppende Nachfrage nach PV-Anlagen ankurbeln, weil es schon bald noch schlimmer kommen könnte? Oder die Hummels und Webers dieser Welt wieder aufeinander hetzen, damit sich endlich mal wieder jemand anderes streitet als die Regierungsfraktionen und -abgeordneten? Oder die PV-Industrie in Deutschland (Sachsen-Anhalt) endgültig in der Bedeutungslosigkeit versenken?

Vielleicht aber ist es nichts von alledem. Sondern einfach nur so dahingesagt. So dahingesagt wie die Bemerkung, “dass es sinnvoll sein könnte, künftig Sonnenenergie aus Griechenland zu beziehen, wo die Sonne länger scheine.” Dass man dazu ziemlich viel Geld benötigt, um die entsprechende Infrastruktur zu errichten und dass es dazu auch irgendwie starke Unternehmen braucht, die dafür sorgen, dass die Sonnenenergie auch in Strom umgewandelt und nach Deutschland transportiert wird - wen interessiert das schon?

Komisch, warum nur musste ich beim Lesen der Merkel-Meldung an ein Murmeltier denken?

Kommentare:

  1. Das ist halt das Ergebnis guter Lobbyarbeit. Es gibt einige Stromkonzerne, die verdienen ihr Geld mit Stromübertragung. Und die verdienen nichts, wenn der Strom lokal erzeugt und verbraucht wird. In deren Stelle würde ich auch alle Hebel in Bewegung setzen, um die zentrale Stromproduktion aufrecht zu erhalten. Denn sonst ist die Geschäftsgrundlage irgendwann verschwunden.

    AntwortenLöschen
  2. "Die Photovoltaik ist brandgefährlich für die großen Stromkonzerne, weil ihnen das Geschäftsmodell baden geht, je mehr davon eingespeist wird." Prof. Eike Weber in einem Interview am 01.10.2011 ;-)

    AntwortenLöschen
  3. Sorry, der Link zum Interview wäre ja vielleicht hilfreich: http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/Mit-Profitdenken-die-Welt-retten;art4319,1140351

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.